MIT TUNNELBLICK NACH KANAZAWA

24.05.2010, 09:35 PM

Das Frühstück ist absurd. Ein riesiger Spiegelsaal. Viele Angestellte mit Schürze hinter großen Töpfen. Dazu klassische Musik. Hotel Atlantik, ähnlich. Es gibt eine riesige Auswahl an Essen, so dass wir lange im Saal herum stolpern, ratlos. Schliesslich essen die Kinder Spaghetti mit Tomatensauce (9 Uhr morgens). Ei, Fisch, Misosuppe. Yoko begrüßt uns mit gewohntem Lächeln, begrüßt die Kinder mit Namen. Ihr Arbeitstag beginnt früh, endet spät. Stets mit einem Lächeln auf dem Gesicht schenkt sie Freude, ist sie reichlich bemüht uns sehr wohl fühlen zu lassen und schafft es auch. Ist das auch Japan? Harmonie, Lieblichkeit, Freude. Vielleicht haben wir mit den beiden Kindern einen besonderen Bonus.



Nach dem Abschied stoppen wir noch einmal bei der Burg, besuchen die traditionelle Sake-Brauerei, entdecken ein Heisshalteregal bei Seven Eleven und fahren auf die Autobahn - nach Kanazawa, ein auf Höhe Tokyo liegender Ort an der Westküste. Damit verlassen wir Nordjapan / Nord-Honshu und nähern uns langsam dem mehr touristisch entdeckten Teil der Reise. Der Weg führt längs der Westküste; auf der rechten Seite sehen wir immer wieder das Meer, links wundervolle Hügel und Berge, vor uns vielmals ein Tunnel oder ein fahnenschwenkender Japaner, der auf eine Baustelle verweist.

Japaner lieben Automaten, laute Durchsagen und Triologien :-) Kanazawa besitzt den größten der drei perfekten Gärten von Japan. Wir sind gespannt auf die Vereinigung der sechs Eigenschaften: Würde, Feierlichkeit, Weite, künstlerische Gestaltung, Kühle und szenische Harmonie. Eine goldene Stadt voller Kunst wartet ... Kanazawa 21. (Kanazawa = Goldener Fluss). Eben entdeckt: Die Uni von Kanazawa ist auch Partner der Uni Regensburg.

Erst bei Anbruch der Dunkelheit kommen wir an in einer vielseitigen, stil-gemixten Stadt. Wir versorgen uns bei Lawsons (ähnlich Seven Eleven) mit Eis und Bier, gehen in unser gemütliches Gasthaus inmitten der Stadt in einer sehr romantischen, versteckten Strasse. Unten auf der Strasse gehen viele Männer im Anzug nach Hause oder in eine Bar. Gelbe Strassenlaternen leuchten den gepflasterten Weg, es plätschert ein kleiner Fluss. Junge Japaner scratchen im Musikladen - unten, und im Zimmer nebenan lustige Betrunkene. Die Mama des Hauses stets wachsam. Alles fühlt sich vertraut an. Könnte auch in Regensburg sein ....