Kanazawa 21. Museum. Wir entdecken ein wunderbares Gebäude von 2004. Schon im Garten finden wir ein begehbares CMY Modell, eine Farbspirale, die die Farben vermischt, sichtbar macht wie sich z. B. Grün aus Gelb und Blau ergibt. Drinnen im Museum ein Swimmingpool in dem unten Menschen durch eine Türe hinein gehen können. Unten und oben sind durch eine Glaswand getrennt, so dass das Unten das Oben hinter Wasser sieht und umgekehrt. Für die Kinder das absolute Highlight. Die Wechselausstellung eher - im Reiseführer beschrieben mit "schwer verdaulich" - im Kindermund beschrieben durch ein klares "Da, raus!". Übergrosse Figuren mit langen Hälsen, starrend, Alien ähnlich, mit gläsernen Augen wirken nicht besonders reizend. Befremdlich. Einladend dafür ein Kinderprogramm. Würfel stapeln, Bilder übereinander schieben, Platten anrichten, Flugzeuge in Körbe segeln lassen, Kinderbücher lesen. Wir bleiben lange hängen, werden wundervoll betreut, da sich die Museumspädagogin sehr für uns interessiert und hervorragend Englisch spricht. Das Programm ist ähnlich dem des Louisiana Museum of Modern Art bei Kopenhagen. Sie kennt dieses, freut sich sehr über den Vergleich. Es stellt sich heraus, dass sie froh ist Kinder heute da zu haben, da die örtliche Zeitung kommt um das Programm vorzustellen. Wir sind gespannt auf die morgige Ausgabe.

Wasserfall im Park Kenrokuen, von oben. Wir schliessen die Augen, wünschten uns das Ende des Regens, nur für jetzt, jetzt im Park. Klappt nicht. Es regnet inzwischen in Strömen. Jetzt wird klar, warum überall vor den Geschäften Regenschirmhalter zu finden sind, sogar zum Anschliessen. Regen gehört hier zur Grundidee Leben. Regen ist nichts Schlechtes. Regen ist notwendig. Die Menschen hier tun so als würde es nicht regnen, als gehöre Regen zum täglichen Business. Sie gehen ganz normal mit Sandalen und Röcken bei Regen durch die Strassen. Es ist nichts. Jeder hat einen Regenschirm. Seit heute gehören wir dazu: Wir haben Regenschirme, durchsichtige. Dafür ist der Garten heute wahrscheinlich weniger voll - denken wir. Aber wir tun uns schwerer nach szenischer Harmonie zu suchen. Uns umgibt ein wundervoller, intensivst grüner, duftender Park. An jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken, zu riechen, zu sehen. Es ist beeindruckend wie kleinteilig, wie detailliert sich alles zueinander findet. Dazwischen, im strömenden Regen sitzen Unkraut suchende Menschen in Strohhütten und Regenbekleidung. Und dazwischen wir :auf der Suche nach Harmonie mit dem Regen.
Im Higashiyama Chaya Viertel fahren wir rückwärts, 200 Jahre zurück, zu Geishas und Goldgräber. Wir sind froh dass viel Häuser offen sind, ein wenig Schutz vor dem Wetter geben. Drinnen riecht es vielmals nach Stroh, nach Holz, nach Räucherstäbchen, nach geheimnisvollen Dingen, nach Magie. WIr finden kleine Gärten, kleine wundervolle handgemachte Dinge und wir finden ein Haus, innen und aussen von Blattgold überzogen. Es ist beinahe nicht fassbar, diesen Glanz zu sehen, eine Kraft zu spüren. In der Ausstellung gibt es die Dots Edition: Mit goldenen Punkten bedruckte Textilien. The Golden Dots of Kanazawa. Eine schöne Begegnung.