Drei Gründe die uns in die Gegend um Kobe ziehen:
1. Ein Familien-Ryokan - für die Kinder
2. Das beste Rindfleisch der Welt - für die Väter
wie wir später herausfinden:
3. Eine Waschmaschine, bzw. zwei Waschmaschinen und einen Trockner - für die Mütter
So richtig aus Kyoto heraus zu kommen scheinen wir nicht, bzw. nach Kyoto kommt eine weitere Stadt, eine weitere Stadt und noch eine Stadt, usw, urbane Verpflechtungen: "Ruhrpott Japans". Absurde Strassen und Schienen die sich übereinander schieben, annähern und sich wieder entfernen, dazwischen ETC-Stationen, Brücken und Tunnel - bis zur Ankunft - nach einer Reihe Love Hotels - in der Nähe von Kobe: Arima Onsen.
"This onsen is the one of Japan's oldest, with Dogo Onsen in Ehime Prefecture and Shirahama Onsen in Wakayama Prefecture. Many documents since the 8th century AD mention this onsen.According to these documents, among the many visitors to Arima Onsen are Gyoki (行基), a charismatic Buddhist monk in the 7th century, and Ninsai (仁西), another monk in the 12th century. Ninsai was said to greatly admire Arima Onsen and helped develop it. Hideyoshi Toyotomi visited this onsen several times in the 16th century." (Wikipedia)
Da wir zu früh sind fahren wir in den Oji-Zoo, erleben Japan ganz authentisch. Der Zoo ist klein, simple, für die Kinder perfekt um ganz nahe an die Tiere zu kommen.
Gegen Abend ziehen wir in unser Ryokan. Schon am Eingang gibt es Kinderhausschuhe, einen riesigen Fernseher mit Kinderprogramm, weiche Matten zum Spielen, eine Kinderbibliothek. Das Haus scheint schon älter zu sein, jedoch mit einem seltenen Konzept. Im Treppenhaus gibt es zwei verschieden hohe Gelände, eines für die Kinder, eines für die Erwachsenen. Viele sehr, sehr alte Frauen arbeiten hier. Resolute Frauen, ohne Unterlass auf uns einredende Frauen. Sie haben zum Teil Buckel, alte Hände und sind unheimlich schnell und fit im Tun. Als sie das Abendessen in unser Zimmer bringen, stehen plötzlich drei von ihnen vor uns, decken in Windeseile den Tisch mit vielen Dingen, erzählen, sind weg, kommen wieder, erklären japanisch und sind abermals weg. Wie ein Spuck, kommt es uns vor. Dennoch: da liegt es. Dieses Fleisch, hauchdünn geschnitten.
"Das Kobe-Rind wird mit einem besonderen Kraftfutter gefüttert, das hauptsächlich aus Getreide, Rüben und Kartoffeln besteht. Daneben bekommen die Rinder regelmäßig Bier zu trinken, an schwülen Tagen bis zu zwei Flaschen am Tag. Das Bier soll den Appetit der Rindern anregen, so dass sie auch an schwül-heißen Tagen reichlich fressen. Außerdem regt die Hefe im Bier Mikroben im Magen der Rinder an, so dass sie ihre Nahrung besser aufnehmen können. Das wichtigste bei der Aufzucht von Kobe-Rindern ist allerdings die tägliche Massage. Dazu werden die Rinder täglich vom Bauern mit einem speziellen Handschuh zwei bis drei Stunden lang massiert und dabei mit Sake, dem japanischen Reiswein, besprüht. Dadurch erhält das Fleisch eine besonders mürbe Struktur und eine exzellente Marmorierung mit feinen Fettäderchen. Das Kobe-Rindfleisch ist das am besten und stärksten marmorierte Fleisch aller Rinderrassen. Außerdem hat Kobe-Beef den geringsten Anzahl gesättigter Fettsäuren aller Rinderrassen."( http://www.netzwissen.com/ernaehrung/)
Neben dem Fleisch ist eine Brühe, in die es hineingetaucht wird. Wenige Sekunden später verändert es die Farbe und ist zum Verzehr vollendet. Das teuerste Fleisch der Erde. Zergeht, zerläuft auf der Zunge als wäre es nichts.
Vom Traum aufgewacht. Das alte Damen Abräum-Team ist da, stürmt unser Zimmer, räumt ab, wischt, macht die Betten in Windeseile. Zurück in der Welt also suchen wir die Waschmaschine im Garten, neben dem Onsen, eine Heilwasser-Maschine? Wir sind verwirrt, verrücktes Japan ...